Friedenskirche
Baptisten mitten in Köln

150 Jahre 
1868 - 2018 

"Besonders dankbar bin ich, dass Sie in den vergangenen zwei Jahren mit dazu beigetragen haben, dass die Bürgerinnen und Bürger sowie die Gäste in unserer Stadt den Jahreswechsel friedlich, respektvoll und gemeinsam singend feiern konnten. So gestalteten Sie mit dem Chorprojekt „Gospelcologne“ das kulturelle Rahmenprogramm der Silvesterfeierlichkeiten mit."

Oberbürgermeisterin Henriette Reker
Foto: Stadt Köln


Das Jubiläum

Am 18. Oktober feiern wir das 150-jährige Bestehen unserer Gemeinde. Gleichzeitig sind wir 120 Jahre auf dem Grundstück in der Rheinaustraße beheimatet. Beim Blick in unsere Gemeindegeschichte entdeckt man viele Zeugnisse, wie die Gnade und der Segen Gottes uns durch alle Zeiten hindurch bewahrten. Auch das Gemeindezentrum in der Rheinaustraße ist im Laufe der letzten 150 Jahre nicht immer von Katastrophen verschont geblieben. Ob die Zerstörung des Gemeindehauses und der Kapelle durch die Luftangriffe 1942-1943 oder durch Flutschäden des Hochwassers vom Rhein, die Gemeindemitglieder bewiesen stets ein starkes Durchhaltvermögen und Vertrauen auf Gott. Mit vereinten Kräften wurde immer wieder aufgeräumt, aufgebaut und sauber gemacht. 2007 wurde das Gemeindezentrum sogar erweitert.


Lothar Krause, hier mit seiner Frau Gisela, war von 1987 bis 1998 Pastor in der Friedenskirche.

"Die Gemeinde ist ein Brief Christi, nicht mit einem Kugelschreiber geschrieben, sondern mit dem Geist Gottes und das zu jeder Zeit. Das geschah auch in Köln als die erste Baptistengemeinde am 18. Okt. 1868 unter Leitung J.G. Onckens offiziell gegründet wurde."


Wir feiern

Natürlich wollen wir unseren "runden" Geburtstag gebührend feiern. Dafür haben wir uns das Wochenende 22. und 23. September ausgesucht.

"Ich denke sehr gerne an die fünf Jahre in der Rheinaustraße. Das hat natürlich mit den Menschen der Gemeinde zu tun. Damals war die Gemeinde Rheinaustraße eine der ganz Großen unter den Kleinen. Sie war und ist – gemeinsam mit den anderen - immer noch Licht der Welt, denn das Licht des Evangeliums von Jesus Christus ist in der Gemeinde nie erloschen. Daran ändern die Wellenbewegungen in der Mitgliederstatistik überhaupt nichts."

Uwe Cassens war von 1985 bis1989 Pastor der Gemeinde.


Unsere Anfänge

Für die Gründung der Kölner Baptistengemeinde im Jahre 1868 waren Johann Gerhard Oncken, Julius Köbner, Edward Millard, Nathaniel Benjafield Millard und Eduard Scheve federführend. 1868 wurde Eduard Scheve in einer Mitgliederversammlung von Frauen(!) und Männern einstimmig zum Gemeindeprediger gewählt. Gemeinsam mit drei weiteren Brüdern wurde er von Johann Gerhard Oncken ordiniert und in ihren Dienst in der Gemeinde eingewiesen. Bei der Konstituierung hatte die Gemeinde 59 Mitglieder.

Rechts im Bild der Gemeindeinnenraum im Jahre 1942
A book on a table

Klaus Kallauch war mit gemeinsam mit seiner Frau Ruth Interimspastor vom 2. Januar bis zum 19. Juli 2000.

"Drei Bitten hatten wir bei der Vorstellung im Oktober an euch: Wir sind nur für eine kurze Zeit da. Ihr sucht einen neuen Hirten. Wir sind ganz anders als die bisherigen Pastorenehepaare. Vergleicht uns nicht. Betet für uns um ein gutes Miteinander. Ihr habt euch daran gehalten. So konnten wir unseren Dienst fröhlich tun."


Erweiterungsbau

Zu den wohl sichtbarsten Veränderungen innerhalb der letzten 25 Jahre zählt ohne Zweifel der Um- und Neubau des Gemeindezentrums. Anlass war der Kauf des Nachbargrundstückes. Während die beiden Mehrfamilienwohnhäuser in der Rheinaustraße und Holzgasse Schritt für Schritt saniert und vermietet wurden, wuchs die Belegung des Zwischenbaus durch die Gemeinde immer mehr. Bald schon wurde die bauliche Trennung der beiden Komplexe Gemeindehaus und Nebenhaus als ungünstig und hinderlich empfunden. Mehr und mehr formte sich in der Gemeinde der Gedanke, durch einen Ver­bin­dungs­bau zwischen Gemeinde- und Nebenhaus die Erschließungssituation deutlich zu ver­bes­sern und das zu klein gewordene Foyer zu erweitern. 

"An einem Lebensalter gemessen ist das schon eine beachtliche Zeit und die 10 Jahre, die wir das Leben der Gemeinde begleitet haben, sind nur ein bescheidener Bruchteil davon. Das Reich Gottes allerdings hat weder mit uns begonnen, noch wird es aller Voraussicht nach mit uns enden."

Wolfram Krebs war gemeinsam mit seiner Frau Ute von 2000 bis 2010 Pastor der Friedenskirche.


Mittagstisch

Seit 20 Jahren schon bietet die Friedenskirche Mittagessen an. Am 1. November 1998 öffneten sich erstmals die Türen für Bedürftige. Damals lag der Schwerpunkt auf der Ausgabe von Kleidungsstücken. Dazu wurde Suppe, Kaffee und  Kuchen angeboten. Nach einem Jahr war die Arbeit so gewachsen, dass man den Schwerpunkt aufs Mittagessen setzte. Und das ist bis heute so geblieben. Es ist eine besondere Arbeit. Mit den Menschen, an denen man sonst achtlos vorübergeht. Damit schließt sich auch für die Friedenskirche der Kreis. Denn die heutigen Gebäude befinden sich exakt dort, wo um 1877 die von Wandergesellen und Obdachlosen aufgesuchte „Herberge zur Heimat“ war. Schon damals lud man die Menschen ein, verköstigte sie und verkündigte ihnen das Evangelium. Heute wie damals ist es eine Gemeinde von Heimatlosen, die hier einen Ort gefunden hat, der ihnen ein wenig Geborgenheit gibt. Wenn auch nur für zwei Stunden.


Harald Bürzl war gemeinsam mit seiner Frau Angela von 1994 bis 1998 Jugendpastor der Friedenskirche.

"Wenn wir an die vier Jahre bei euch zurückdenken, kommt es uns nicht so vor, als wäre es schon fast ein Vierteljahrhundert her. Unser Aufgabenschwerpunkt waren die jungen Menschen der Gemeinde, und wir haben sehr gerne Beziehung zu ihnen gesucht und gepflegt. Manchmal treffen wir noch den einen oder anderen, der zu unserer Beruhigung inzwischen auch wesentlich älter geworden ist."


Musik

Musik spielt in der Friedenskirche seit je her eine wichtige Rolle. Männerchor, Gemischter Chor, Jugendchor oder gemeinsames Singen im Gottesdienst begleitet von Klavier, Flügel, Orgel oder Lobpreis-Band sind und waren schon immer elementare Ausdrucksformen unserer lobenden Gemeinschaft. Wie sich Musikstile und Liedformen im Laufe der Zeit gewandelt haben, so hat sich auch die Musik und Begleitung in unseren Gottesdiensten in den letzten Jahrzehnten verändert. Mehr und mehr wurde die Musik auch als Möglichkeit verstanden, Interessierte in unsere Friedenskirche einzuladen. Bestes Beispiel hierfür ist der Gospelmusic-Workshop, der seit 1999 jährlich im Herbst stattfindet. Mit dem diesjährigen Workshop haben in den letzten Jahren rund 2.400 Sängerinnen und Sänger in den jeweils drei Tagen neue Lieder einstudiert und im Rahmen eines Konzertes aufgeführt.

Abschlusskonzert des Gospelmusic-Workshops 2012 in der Live-Music-Hall in Köln-Ehrenfeld.

Silke Tosch war von 2015 bis 2017 Interimspastorin der Friedenskirche.


"Köln ist in Bewegung. Das wünsche ich der Gemeinde auch. Möge die Gemeinde sich immer wieder für den Menschen und gegen Ausgrenzung und Fremdenhass entscheiden. Unser Kreuz hat keine Haken. Unser Herr Jesus Christus hat alle eingeladen, hatte keine Berührungsängste."